Thüringen
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Gewalt kommt nicht in die Tüte

Gewalt gegen Frauen ist auch im Jahr 2019 ein großes Problem. Darauf machte der WEISSE RING, Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität, am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November aufmerksam. „Es ist leider traurige Realität, dass Frauen im eigenen Zuhause immer wieder geschlagen, gedemütigt und sexuell bedrängt werden", sagt Marion Walsmann, Landesvorsitzende des WEISSEN RINGS in Thüringen.

Insgesamt wurden 2018 mehr als 114.000 Frauen in Deutschland Opfer von häuslicher Gewalt, Bedrohungen oder Nötigungen durch ihre Ehemänner, Partner oder Ex-Partner. 122 Frauen wurden im selben Zeitraum von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Nicht nur in sozialen Brennpunkten wird geschlagen, gedemütigt und vergewaltigt – es durchzieht alle sozialen Schichten. Häusliche Gewalt findet im privaten Raum statt, oftmals in den eigenen vier Wänden. Sie ist für andere meist unsichtbar. Opfer häuslicher Gewalt verspüren Angst, Ohnmacht und Scham und lassen oftmals nichts nach außen dringen. Denn beim Täter handelt es sich um eine ihnen nahestehende Person, den eigenen Partner oder Ehemann.  

„Häusliche Gewalt ist keine Privatsache“, betont Walsmann und möchte Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, dazu ermutigen, sich Hilfe zu holen. „Freunde und Verwandte, die von der Leidensgeschichte eines ihnen Nahestehenden erfahren, sollten aber möglichst nicht allein und ohne Einbindung des Opfers zur Polizei gehen", rät Walsmann. Das Opfer selbst müsse bereit sein, sich zu öffnen und Hilfe anzunehmen. Sich als Vertrauensperson anzubieten, sei ein erster wichtiger Schritt. Mit Zustimmung der Betroffenen könne man gemeinsam passende Hilfsmöglichkeiten ausloten. Die ehrenamtlichen, professionell ausgebildeten Opferhelfer des WEISSEN RINGS unterstützen Betroffene, können an andere Institutionen weitervermitteln und bieten Begleitung zu Terminen bei der Polizei und anderen Behörden an. Das bundesweite Opfer-Telefon ist unter der Rufnummer 116 006 zu erreichen.